Die Jahrestagung 2011


Die Jahrestagung des VDSG, Landesverband Hamburg e.V. fand dieses Jahr im An­schluss an die Mitgliederversammlung 2011 in der Hamburger Sternwarte statt.Nach ei­nem Überblick über die Geschichte der Sternwarte wurden die Teilnehmerinnen und Teil­nehmer auf einem Rundgang über das Gelände in Hamburg-Bergedorf über die vorhande­nen Einrichtungen und Geräte von den Mitarbeitern der Sternwarte informiert.
Zu erwähnen ist der Große Refraktor, der 1m-Spiegel von Carl Zeiss sowie der Lippert-Doppelastrograph, außerdem das Oskar-Lühning-Teleskop. Der große Refraktor wird von einer eingebauten Hebebühne aus bedient. Der gesamte Fußboden der Kuppel (13 m Durchmesser) ist an starken Stahlseilen aufgehängt und durch große Betongewichte ausbalanciert. Die Hebebühne wird durch drei Motor-Spindeln um 4,5 m auf- und abbewegt. Dadurch kann das Okularende in jeder Stellung des Tele­skops bequem ohne Gerüste oder Leitern erreicht werden.

Der erste Standort im 19. Jahrhundert befand sich seit 1802 auf dem Gelände des heuti­gen Museums für Hamburgische Geschichte am Millerntor. In den Anfangsjahren zählten astrometrische Messungen, die Verfolgung ungewöhnlicher Ereig­nisse wie Kometen oder Mondbedeckungen und später auch die Untersuchung von „Ne­belflecken" zu den Aufgaben der Sternwarte. Von besonderer Bedeutung war jedoch die Bestimmung der exakten Zeit. Mehrere Normaluhren der Stadt wurden von der Uhrenanla­ge des Observatoriums gesteuert, ab 1876 auch der Zeitball im Hamburger Hafen und später die telefonische Zeitansage.

Im 20. Jahrhundert erweiterte sich des Aufgabenspektrum. Durch die Verschlechterung der Luftqualität, der Verdichtung der Bebauung und der Industriebetriebe in der Umgebung bedingt, musste die Sternwarte 1909 aus der Stadtmitte heraus nach Bergedorf verlegt werden.
Schwerpunkte der astronomischen Tätigkeiten waren nun Katalogisierungen (AGK2- bzw. AGK-3-Katalog) und astrophysikalische Untersuchungen. Zwischen 1905 und 1929 wur­den mehrere Sonnenfinsternisexpeditionen, u.a. nach Algerien, Mexiko, nach Nordschwe­den und auf die Philippinen unternommen.
1962 erfolgte in Bergedorf unter Beteiligung der Hamburger Sternwarte die Gründung der Europäischen Südsternwarte (ESO). Das bisher „Staatliche Institut Hamburger Sternwar­te” wurde 1968 als Institut in den Fachbereich 12 (Physik) der Universität Hamburg aufge­nommen und ist seitdem einer der 4 Forschungsschwerpunkte der Physik. Als zu Beginn der 50iger Jahre die neue Sternwarte Caracas, Venezuela gegründet wur­de, hatte die Hamburger Sternwarte wichtige Anteile an deren Planung.

Für Schulen ist die Astronomie-Werkstatt von besonderem Interesse. Sie bietet Kurse zu vielfältigen Themen der Astrophysik für Schülergruppen der Jahrgangsstufen 3 – 13 an. Die Schüler können selbständig experimentieren und mit den Instrumenten der Sternwarte Sternbeobachtungen unternehmen. Auf individuelle Wünsche der Schülergruppen kann eingegangen werden.

Mögliche Kursthemen sind:

Teleskope, Gravitation, Sonnen und Sonnensystem, Raumfahrt, Spektroskopie, Kernfu­sion in den Sternen.


Kontake und Anmeldung:

B.Fuhrmeister, U.Wolter

Hamburger Sternwarte, Gojenbergsweg 112, 21029 Hamburg

E-Mail: anmeldung@schul-astronomie.de

Tel.: 040-42891-4144

www.schul-astronomie.de

Zur Geschichte der Hamburger Sternwarte:

www.hs.uni-hamburg.de/DE/Oef/Stw/gesch.html

b.kallweit